Mit welchen Methoden arbeite ich in Beratung und Therapie? 


Als Heilpraktikerin für Psychotherapie bin ich - anders als kassenzugelassene Therapeuten - nicht auf Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Therapie beschränkt. Da ich der Überzeugung bin, dass jeder Mensch individuell ist und daher eine auf ihn zugeschnittene Therapie benötigt, arbeite ich mit Elementen und Methoden aus verschiedenen Therapieverfahren.

Die Basis einer jeden Sitzung ist für mich das wertschätzende, mitfühlende und vertrauensvolle Gespräch. Darauf aufbauend erlauben mir meine umfangreiche Therapieausbildung sowie ergänzende therapeutische und beraterische Aus- und Fortbildungen, auf ein breit gefächertes Spektrum an Methoden zurückzugreifen. Diese kann ich sowohl im Rahmen einer Psychotherapie als auch in der Beratung flexibel einsetzen und an den Behandlungsfortschritt anpassen.

Wenn Sie Fragen dazu haben, informiere ich Sie gerne über die verschiedenen Möglichkeiten in einem persönlichen Gespräch.


An dieser Stelle möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über einige Methoden, die ich anwende, geben:

-> Lösungsorientierte Kurzzeittherapie:

Diese Form der Therapie wurde von Steve de Shazer und Kim Insoo Berg begründet und beschäftigt sich nicht direkt mit dem Problem, sondern fokussiert die mögliche Lösung und erkundet, wie es ist, wenn etwas besser ist. Dabei geht es um drei Grundprinzipien:

  • “Repariere nicht, was nicht kaputt ist!"
  • "Finde heraus, was gut funktioniert und passt - und tu mehr davon!"
  • "Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt - dann höre damit auf und versuche etwas anderes! 

-> Systemische Therapie:  

In der Systemischen Therapie geht es darum, den Klienten und sein Verhalten im Kontext seiner Beziehungen und seiner Umgebung zu verstehen. (Familie, Kollegen, Klasse, etc.) "Alles hängt mit allem zusammen" ist die Überzeugung. Systemische Arbeitsweisen sind zum Beispiel Aktivierung von Ressourcen, Genogramm und Aufstellungsarbeit. Die Haltung der systemischen Therapie geht davon aus, dass der Klient aus seinem Erfahrungsreichtum schon über alles verfügt, was für eine gewünschte Veränderung benötigt wird. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, diese Erfahrungen wertschätzend zu Tage zu fördern und sie für aktuelle Veränderungswünsche nutzbar zu machen.

Die Systemische Therapie hat sich international als Psychotherapieverfahren etabliert und zählt in der ambulanten und stationären Psychotherapie sowie in der Rehabilitation und in der Prävention weltweit zu den am weitesten verbreiteten Behandlungsverfahren. Sie wurde im Dezember 2008 auch in Deutschland vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie (WBP) als wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapieverfahren eingestuft.

-> EMDR: 

EMDR steht für Eye Movement Desensitization and Reprocessing, auf Deutsch „Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung“. Dabei handelt es sich um ein psychotherapeutisches Verfahren, das mit bilateraler Stimulation arbeitet und seit Mitte der 90er Jahre überaus erfolgreich in der Trauma-Therapie eingesetzt wird.

Unsere Erlebnisse werden normalerweise vom Gehirn verarbeitet und „abgelegt“. Durch traumatische „Unterbrechungen“ oder ähnliches kann es vorkommen, dass dieses „Ablegen“ gestört wird und die Selbstheilungskraft des Gehirns nicht ausreicht, um wieder „Ordnung“ herzustellen. In der Folge kann es zu allen möglichen Störungen wie Flashbacks, Blockaden, psychosomatischen Beschwerden oder Ängsten kommen.

Bei der EMDR-Behandlung wird die belastende Erinnerung unter Nutzung bilateraler Stimulation nachverarbeitet: Im Hauptteil der Behandlung folgt die Patientin/der Patient den Fingern der Therapeutin mit den Augen, während diese ihre Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Diese Stimulation unterstützt das Gehirn, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten.

Die Wirksamkeit von EMDR ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. 2006 hat der wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie EMDR als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt.

Bereits nach wenigen Sitzungen fühlen sich die Betroffenen deutlich entlastet.

Neben der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen wird EMDR inzwischen ebenso erfolgreich bei der Behandlung von Angststörungen, Phobien, substanzgebundenen Süchten, psychosomatischen Störungen und Schmerzzuständen angewendet. Und die Indikationen weiten sich immer mehr aus. 

-> Akzeptanz- und Commitment-Therapie:

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie („ACT“) ist ein neuartiger Behandlungsansatz, der zur sog. „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie gerechnet wird. In ACT werden sowohl Akzeptanz- und Achtsamkeitsstrategien als auch Strategien zur Verhaltensänderung eingesetzt. Dabei geht es zunächst darum, nicht gegen schmerzliche innere Erlebnisse zu kämpfen, sondern sie anzunehmen. Denn oft führt dieser Kampf gegen die eigenen Gedanken und körperlichen Empfindungen dazu, die Dinge, die einem eigentlich wichtig sind aus den Augen zu verlieren. Diese "eigentlich wichtigen Dinge" - Werte oder Richtungsziele - werden herausgearbeitet und öffnen den Blick dafür, wie man leben möchte. Mit einer Vielzahl von Übungen wird eingeübt, diese Werte dann im täglichen Handeln umzusetzen.

Bisher hat sich ACT unter anderem bei Krankheitsbildern und Problemen wie Depressionen, Angststörungen und bei chronischen Schmerzen als wirksam erwiesen.

-> Positive Psychologie:

Positive Psychologie wird oft mit "positvem Denken" verwechselt. Dabei handelt es sich um etwas vollkommen anderes. Die positive Psychologie ist eine relativ neue Richtung in der Psychologie, die sich damit beschäftigt, wie das Wohlbefinden der Menschen verbessert werden kann. Initiiert u.a. von Prof. Dr. Martin Seligman wurde und wird wissenschaftlich erforscht, was Leben lebenswert macht und welche Rahmenbedingungen Lebenszufriedenheit fördern. Die "Korrektur von Defiziten", auf die sich Therapie lange Zeit fokussierte, rückt in den Hintergrund.

Forschungen ergaben, dass fünf Faktoren dabei von großer Bedeutung sind (Das sogenannte PERMA-Prinzip): Positive Emotionen, Engagement, Relationships (Positive Beziehungen), Meaning (Sich in einem größeren Zusammenhang verstehen), Accomplishment (Eigenverantwortung übernehmen).